[Rezension] Kim Harrison: Blutkind

Mittwoch, 29. April 2015 | Kommentieren
Endlich gibt es auch mal wieder etwas von mir, das nicht mit der 52/52-Challenge zu tun hat! Mit Beginn des neuen Semesters lese ich derzeit leider mehr wissenschaftliche Texte als belletristische. Ich hoffe, das ändert sich bald, wenn ich meine vorerst letzten beiden Vorträge hinter mir hab. Ja, ich hab alles schön an den Semesteranfang gelegt, damit ich dann meine Ruhe hab. Ausnahmsweise mal die Prokrastination bekämpfen ;)

Jedenfalls geht es nun wieder weiter mit der Hollows-Reihe von Kim Harrison!




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Kim Harrison: Blutkind

784 Seiten | Taschenbuch | Heyne | Deutsch

Original: White Witch, Black Curse
Übersetzer: Vanessa Lamatsch
Reihe: Rachel Morgan #7

Erschienen: 3. Mai 2010

ISBN: 978-3453533523
Preis: 15,00 €

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[52/52-Challenge] Leserbrief

Mittwoch, 29. April 2015 | Kommentieren
Stichwort: Endlos
Wörter: 961


Leserbrief

"Was ist mit dem Brief?"
"Welcher Brief?"
"Der von dem Mann, der seine Schwester sucht. Drucken wir ihn?" 
Ratlose Blicke. Mit einem solchen Brief hatte es noch keiner in einer Redaktionssitzung zu tun. Erst gestern war er angekommen - in einem unscheinbaren weißen Umschlag mit blauem Stempel und schwarzer Tinte, der nichts von seinem emotionalen Inhalt preisgab.
"Wir drucken doch keine Briefe!", empörte sich Schulze, ein überkorrekter, geradliniger Journalist, der hauptsächlich für den Politik- und den Wirtschaftsteil schrieb. "Richtige Inhalte brauchen wir."
"Leserbriefe hatten wir schon, Herr Kollege. Außerdem würden wir dann endlich mal wieder mehr Kontakt zu den Lesern bekommen", erwiderte Hille vom Feuilleton. "Warum also nicht?"
"Das ist doch kein Leserbrief!" Wieder Schulze, noch empörter. Kopfschüttelnd und Unverständliches vor sich hin grummelnd lehnte er sich zurück.
"Ich hab ihn nicht gelesen", räumte Paulsen von den Anzeigen ein, "aber um Suchen kümmere immer noch ich mich. Warum drucken wir ihn nicht inmitten der anderen Kontaktanzeigen?"
"Der Mann sucht keinen Lebenspartner, sondern seine Schwester!" Hille. Auch er schüttelte nun den Kopf.
"Warum machen wir keine richtige Story daraus?" Frau Lindt, ebenfalls Feuilleton, lehnte sich vor und gestikulierte wild mit den Händen. "Ich sehe es schon vor mir: 'Familie vergisst nicht - Die lange Suche eines Lesers nach seiner Schwester'. Wir setzen uns mit dem Herrn Hauser zusammen und bringen eine ganze Serie dazu. Erst der Brief und dann persönliche Erinnerungen an seine Schwester, wie sie getrennt wurden, wie er nach ihr sucht. Allein dieser  Brief hat so viel Potenzial!"
"Das ist doch vollkommen überzogen!", riefen Schulze und Paulsen aus einem Mund. Selbst Hille und der bisher zu diesem Thema stumme Redaktionsleiter Kunze nickten zustimmend.

[52/52-Challenge] Deine Schuld

Sonntag, 26. April 2015 | Kommentieren
Im Augenblick sind meine Musen mal wieder hochproduktiv (oder auf Drogen, so genau weiß ich das noch nicht) und liefern mir eine Idee nach der anderen. Ich glaube nicht, dass das von Dauer ist, aber hier ist nun Challenge-Szene Nr. 27.
Und damit: Ja, ich bin nun offiziell in der 2. Hälfte von Stichworten. 50% sind geschafft! :D


Stichwort: Eiche
Wörter: 693


Deine Schuld

Du hast es zerstört.
Warum hast du es nicht gut sein lassen können? Warum konntest du dich nicht heraushalten? Was war so schwer zu verstehen an "Lass mich in Ruhe"?
Du dachtest immer, du wärst die Beste, die Tollste, die Klügste, aber ich sage dir etwas: Du bist es nicht, warst es nie und so, wie ich das jetzt sehe, wirst du es auch nie werden. Ohne dich wäre es so viel einfacher gewesen. Ohne dich hatte ich einen Weg, wo nur noch eine Sackgasse ist. Ohne dich hatte ich ein Leben. Ohne dich hatte ich eine Chance, in dieser beschissenen Welt klarzukommen, aber du musstest alles kaputt machen.
Erinnerst du dich: Ich hab dich mal gefragt, was du mit deinem Leben anfangen willst und du hast geantwortet: "Anderen Menschen helfen." Dieses Ziel wirst du nie erreichen, glaub mir. Du bist unfähig dazu. Jeder könnte anderen helfen. Jeder außer dir. 

[52/52-Challenge] Busfahrt

Sonntag, 26. April 2015 | Kommentieren
Stichwort: Traum
Wörter: 1330


Busfahrt

Ich ließ das Büro hinter mir, die Aktentasche in der Hand. Die Bushaltestelle war keine zwanzig Meter vom Haupteingang entfernt. Einige Kollegen aus anderen Abteilungen, die ich höchstens vom Sehen, überwiegend jedoch gar nicht kannte, warteten dort bereits. Der einzige Grund, warum ich sie als Kollegen erkannte, war, dass sie an der fast schon unternehmenseigenen Haltestelle warteten. In Anzug oder Kostüm mussten sie einfach zur Firma gehören. Ansonsten gab es hier in der Nähe nur noch zwei Fabrikbauten und eine Logistikhalle. Aktentaschen, Röcke und Krawatten gehörten dort sicher nicht zur Standardausrüstung der Mitarbeiter.
Ich stellte mich zu ihnen, ohne die Blicke und gemurmelten Grüße zu erwidern. Warum musste mein Wagen überhaupt kaputt sein? Warum konnte sich die verdammte Werkstatt nicht ein einziges Mal beeilen?! Nein, stattdessen musste ich heute mit dem Bus erst von Termin zu Termin und nun nach Hause fahren. Ich war Key-Account-Manager für unseren wichtigsten Kunden. Unter anderem. Nun stand ich hier, an der Haltestelle, mit Büroangestellten, Hausmeistern und unbedeutenden Kundenbetreuern des betriebsinternen Call-Centers. Hier lief eindeutig etwas falsch.
Endlich bog der Bus um die Ecke und stoppte an der Haltestelle. Die Türen öffneten sich und ich stieg ein. Das Tagesticket hatte noch immer Gültigkeit - wie oft ich es heute schon benutzt hatte, daran wollte ich gar nicht erst denken. Das eine Ticket reichte definitiv für die nächsten paar Jahre. Allzu bald wollte ich mir das nicht wieder antun.
Ich wählte einen mittigen Sitzplatz, unweit von der hinteren Tür, sodass ich weder inmitten launischer Jugendlicher noch zwischen tratschenden Frauen und nach Schweiß stinkenden Männern sitzen musste. Ein wenig hatte ich aus den vergangenen Fahrten des Tages gelernt. Die Aktentasche stellte ich zwischen meine Füße, mein Blick wanderte hinaus. Warten. Wieder einmal. Ich hasste es.

[52/52-Challenge] Szene

Freitag, 24. April 2015 | Kommentieren
Stichwort: Auto
Wörter: 922


Szene

Motorengeräusche. Qietschende Reifen.
Zwei Autos schossen um die Kurve, kaum zwei Meter Platz zwischen ihnen. Mit einem beherzten Sprung rettete sich ein Passant in letzter Minute auf den Bürgersteig, kurz bevor ihn der erste Wagen erfasst hätte. Laut fluchend rappelte er sich auf und schaute den beiden Wagen nach, die gerade um die nächste Ecke verschwanden.
"Idioten", murmelte er kopfschüttelnd, während er noch die Motoren zu hören glaubte.
Einige Straßen weiter fluchte ein Mann und riss das Lenkrad herum. Er spürte, wie sich der Wagen gegen den plötzlichen Richtungswechsel sträubte. Wie er drohte, nach rechts auszubrechen. Die Finger krampften sich um das Lenkrad und zwangen es, in Position zu bleiben. Zwang das Auto auf die Straße.
Ein kurzer Blick in den Rückspiegel. Wenigstens erging es seinem Verfolger nicht besser als ihm. Die Aktion verschaffte ihm keinen Vorsprung, aber einen Augenblick Zeit, um nachzudenken. Er musste ihn abschütteln, irgendwie. Er konnte nicht ewig durch die engen Straßen rasen!
Er gab Gas, sobald der Wagen wieder sicher auf der Straße stand. Der Motor heulte auf. Die Nadel des Drehzahlmessers schoss nach oben, genau wie die Geschwindigkeitsanzeige. Wen kümmerten Straßenverkehrsregeln und etwaige Polizeikontrollen, wenn hinter ihm ein Irrer fuhr, der ihn umbringen wollte?
Ein Knall. Er wurde im Sitz nach vorn geworfen. Während er das Gaspedal tiefer nach unten drückte, ein weiterer Blick in den Rückspiegel - der Dreckskerl hatte ihn gerammt! Verdammt! Er raste um eine weitere Kurve. Zu viel Geschwindigkeit - das Auto schlingerte, er fuhr auf den Bürgersteig, rammte eine Straßenlaterne, konnte einer zweiten nur mit Mühe ausweichen und schrammte dafür an einer Hauswand entlang. Ein Seitenspiegel brach ab. Es kümmerte ihn nicht. Solange der Wagen fuhr, hatte er ein gewisses Maß an Sicherheit.
Abermals riss er das Lenkrad herum, um endlich zurück auf die Straße zu kommen. Erfolglos. Er kam nicht weit. Der Dreckskerl hatte aufgeholt, war neben ihn gekommen und rammte ihn von der Seite - zwang ihn zurück gegen die Mauer. Verdammte Scheiße!

[52/52-Challenge] Die gläserne Stadt

Mittwoch, 22. April 2015 | Kommentieren
Stichwort: Regenbogen
Wörter: 561


Die gläserne Stadt

Ich saß am Fenster und schaute hinaus in den Garten. Ein leichter Sommerregen hatte eingesetzt, während die Sonne weiterhin schien. Sicher würde es nicht mehr lange dauern, bis irgendwo am Himmel ein Regenbogen auftauchte.
Ich musste lächeln, als ich an die Geschichte dachte, die mir meine Mutter früher über Regenbögen erzählt hatte. Keine Geschichte von Goldtöpfen, Kobolden oder Einhörnern. Keine Geschichte von Wassertropfen, in denen sich das Licht brach wie in abertausenden Kristallen und die ein wunderschönes Farbenspiel an den Himmel malten. Sie erzählte mir die Geschichte von der gläsernen Stadt - der Stadt des Lichts, wie sie sie auch nannte.

[52/52-Challenge] Weiterkämpfen

Dienstag, 21. April 2015 | Kommentieren
Die heutige Szene ist eigentlich kaum mehr als eine Fingerübung. Eine rihtige Handlung gibt es auch nicht, aber da Gedanken plus ein bisschen Handlung auch als Szene gewertet werden können, geht der Text mit in die Challenge. *grins*


Stichwort: Phönix
Wörter: 786


Weiterkämpfen

Der Wecker klingelt pünktlich halb sieben. Ich liege schon einige Minuten wach - ein aufdringlicher Vogel auf dem Dach der Nachbarn hat mich geweckt. Ich stehe auf, ein kurzer Blick auf den Kalender: Ja, heute ist endlich der lang ersehnte Tag. Der, an dem ich es all diesen Idioten zeigen werde.
Ende der Winterferien. Start des zweiten Halbjahres.
Meine Sachen habe ich mir schon gestern Abend herausgelegt. Ich nehme sie mit ins Bad, dusche ausgiebig und ziehe mich anschließend an. Eine leise Nervosität hat sich in meinem Bauch eingenistet, aber noch ist sie nicht allzu deutlich. Noch kann ich mich als ziemlich ruhig betrachten. Was habe ich schon zu erwarten? Schlimmer als vor den Ferien kann es gar nicht werden.
Was eigentlich los ist? Na ja, wenn ich das so genau wüsste... Im letzten Schuljahr war alles super. Meine beste Freundin Bekki und mich konnte nichts trennen, wir haben alles zusammen gemacht, uns perfekt verstanden und in der Schule zählten wir zu den Besten in unserem Jahrgang.
Irgendetwas hat sich dann im letzten Halbjahr geändert. Bekki hat sich geändert. Glaube ich zumindest, denn an mir kann ich nichts feststellen, was anders sein soll. Vor der Winterpause hing Bekki nur noch mit der Clique rund um Ashley ab. Hochnäsig, kein Interesse an der Schule und wenn die Jungs dabei waren, beleidigen sie jeden, der es wagt, sie auch nur falsch anzuschauen. Ashley und ich mögen uns nicht, seit ich auf die Schule gekommen bin, was mir bisher immer ziemlich egal war. Ich hatte Bekki und mit meinen anderen Klassenkameraden, die nicht in der Clique sind, kam ich ebenfalls super zurecht.
Bis vor einem halben Jahr.

[52/52-Challenge] Durch die Blume

Freitag, 17. April 2015 | Kommentieren
Stichwort: Rose
Wörter: 600


Durch die Blume
"Flynn, wir haben einen Einsatz. Senator Carter wurde in seinem Appartement ermordet." 
Er schaute von seinem Rechner auf, ließ den Blick über die Uhr über der Tür huschen und seufzte. Freitag, sieben nach zwölf. Eigentlich hätte er jetzt Mittagspause und eigentlich hatte er auch geplant, an diesem Tag eher zu gehen; endlich Überstunden abbauen, von denen er mehr als genug hatte. Endlich den Kopf freibekommen und vielleicht neue Ideen finden. 
Chance vertan.
Flynn schaltete den Computer auf Standby, streckte sich ausgiebig und folgte seinem Kollegen schließlich nach draußen zum Wagen. Ein toter Senator - so viel zum Thema "ruhiges Wochenende"...

[52/52-Challenge] Polizist auf Zeit

Donnerstag, 9. April 2015 | Kommentieren
Hey!
Die heutige Szene ist wieder Teil eines potenziellen größeren Projektes. Ich hoffe, ihr kommt mit ihr einigermaßen zurecht, denn mich hat der Protagonist auch verwirrt ;)

Stichwort: Hoffnung
Wörter: 1048

Polizist auf Zeit
Die Treppe, die ihn hinunter ins Kellergewölbe führte, war feucht und rissig. Stellenweise waren Stücke aus den Stufen herausgebrochen und er hatte Mühe, nicht abzurutschen. Hatte das Gebäude selbst von außen noch halbwegs gepflegt ausgesehen, wurde anhand des Kellers nun deutlich, dass es schon seit Jahren nicht mehr genutzt wurde. Kein Wunder, dass der Kerl sich an diesem Ort verschanzt hatte. Hier würde nicht allzu schnell jemand nach ihm suchen.
Vor ihm, hinter einer verwitterten Holztür, öffnete sich ein Gang, der vor Jahren einmal weiß gestrichen gewesen sein mochte. Die Farbe blätterte bereits von den Wänden und wo sie noch erhalten war, hatte sie sich grau verfärbt. Eine einzige Neonröhre flackerte in langsamem Takt - ging aus, kurz wieder an, tauchte den Gang mal in kaltes weißes Licht, beließ ihn mal in Dunkelheit.
Zielstrebig ließ er den Gang hinter sich, erreichte einen kleinen Raum, von dem mehrere Türen abgingen und folgte nach kurzem Lauschen einem weiteren Gang. Vor sich, hinter einem Vorhang statt der Tür, erkannte er das beständige Leuchten einer weiteren Lampe und hörte die Schritte einer weiteren Person. Na also. Jetzt musste der Kerl nur tatsächlich den Jungen bei sich haben, sonst hatte er den gesamten Weg umsonst auf sich genommen.
Entschlossen schob er den Vorhang zur Seite und trat in den schwach beleuchteten Raum, eine Hand zur Sicherheit auf die Glock an seinem Gürtel gelegt. Er hörte das Klicken einer Waffe, die entsichert wurde, und drehte sich gelangweilt um, ohne den Griff um seine eigene Pistole auch nur geringfügig zu festigen.
"Machen Sie sich nicht lächerlich. Wenn Sie mich erschießen, wimmelt es hier in wenigen Minuten von Polizisten." Der Schwarzhaarige ihm gegenüber schloss seinen Griff fester um die Waffe, einen Finger am Abzug, als er die Polizeimarke an seinem Gürtel entdeckte. Neben sich hörte er ein gedämpftes Wimmern und als er ihm für einen Augenblick mit den Augen folgte, entdeckte er, an einen Stuhl gefesselt und geknebelt, den Jungen, den ihm sein Chef auf einem Foto gezeigt hatte. Bingo.

[Rezension] Kim Harrison: Blutnacht

Montag, 6. April 2015 | Kommentieren
Hey ihr Lieben!
Heute geht es wieder mal mit einer Rezension weiter. Zunächst will ich euch aber DANKE sagen, denn der März war in der Geschichte von "Pergamentfalter" der Monat mit den meisten Besuchern. Vielen, vielen Dank dafür!


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Kim Harrison: Blutnacht

704 Seiten | Taschenbuch | Heyne | Deutsch

Original: The Outlaw Demon Waits
Übersetzer: Vanessa Lamatsch
Reihe: Rachel Morgan #6

Erschienen: 5. Oktober 2009

ISBN: 978-3453526167
Preis: 14,00 €

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[52/52-Challenge] Silberstreif

Samstag, 4. April 2015 | Kommentieren
Stichwort: Silber
Wörter: 1494


Silberstreif

"Versprich mir, dass du niemals aufgibst. Versprich es mir, Ryan. Gib niemals die Hoffnung auf." 
Ein Nicken, vor Tränen unfähig zu sprechen.
"Es gibt immer einen Silberstreif." Eine Stimme, die mehr und mehr an Kraft verliert. Krampfhaftes Husten. Frisches Blut, zu viel Blut. "Vergiss ihn nicht. Du musst ihn nur finden." Eine Stimme, immer leiser werdend, bis der Wind sie mit sich hinfort trägt.
Zurück bleibt die Stille. Und Schmerz.

Unter plötzlich aufflammender Wut trat er einen Stein davon, der über die Dachkante flog und irgendwo in der Tiefe verschwand.
"Wo ist dein verdammter Silberstreif?! WO?! Es gibt keinen!" Seine Stimme verhallte ungehört. Die Wut blieb. So lange er lebte, hatte sein Vater ihm immer wieder von dem verdammten Silberstreif gepredigt. Von der Hoffnung, die er niemals aufgeben sollte. Von dem einen Hinweis, der auf eine bessere Zeit verwies.
Es gab ihn nicht. Nirgends. "Verdammt!" Ein weiterer Stein verschwand in der Tiefe. Keine Hoffnung, nichts. "Du hast gelogen! Es gibt keinen beschissenen Silberstreif!"
Sein Blick glitt hinüber zum Horizont, kaum sichtbar in der nächtlichen Dunkelheit. "Es gibt ihn nicht", flüsterte er, mit einem Mal jeder Kraft beraubt. Er sank an der Dachkante zusammen, setzte sich und ließ die Füße hinabhängen. Unter ihm erstreckte sich die Stadt, weit und dunkel. Kein einhelltes Fenster, keine Leuchtreklame oder Straßenlaternen. Nichts. Nur vereinzelt brennende Feuer in Häusern und auf den Straßen - an Orten, wo vielleicht Menschen Zuflucht suchten, vielleicht aber auch nur an Schauplätzen vergangener Kämpfe.
"Wo ist dein verdammter Silberstreif?", fragte er wieder mit leiser, kraftloser Stimme. Eine Antwort erwartete er längst nicht mehr. Sein Vater, der hätte sie ihm vielleicht geben können, doch er war eines der ersten Opfer der Fremden, die jedem Menschen so ähnlich sahen und es doch nicht waren, geworden. Er konnte ihm nicht mehr helfen.

[HP-Challenge] Ein erster Zwischenstand

Mittwoch, 1. April 2015 | 2 Kommentare
Seit drei Monaten bin ich nun Teil der Harry Potter Lesechallenge von LeFaBook und es wird Zeit für einen ersten kurzen Zwischenstand.

Gelesen: 3 Bücher
- davon Zauberaufgaben: 2
- davon Wesen: 1
- davon Personen: 0

Gelernt habe ich bisher zwei Unverzeihliche: Den Avada Kedavra und den Crucio.
Ja, ich bin böse. Muss doch irgendwelche Auswirkungen haben, dass ich laut Pottermore Slytherin bin. ;)

Passend dazu sind auch Dementoren die ersten Wesen, zu denen ich ein Lehrbuch hatte.

Zufrieden bin ich bisher nicht ganz. Ich hatte eigentlich vor, mehr zu lesen, aber dank Klausurvorbereitung und einer Hausarbeit ist nicht so viel daraus geworden, wie ich gehofft hatte.
Mittlerweile lese ich endlich wieder mehr. Ich hoffe, das zeigt sich auch bald in meinen Challenges.