[52/52-Challenge] Seelenessenz

Sonntag, 31. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Seele
Wörter: 1382


Seelenessenz

"Ist das deine Vorstellung von einem Zauberladen?" Skeptisch sah ich mich um. Angus hatte vor einem verfallenen zweistöckigen Gebäude in einer noch verfallener wirkenden Straße geparkt. Es stank nach Abfall und der Himmel war grau vom Rauch aus der nahen Fabrik. Die Fenster des Hauses waren im Erdgeschoss vernagelt und darüber stellenweise eingeschlagen; die Wände waren mit unlesbarem Graffiti besprüht.
Angus warf mir einen finsteren Blick zu und ging an mir vorbei zu der verschlossenen Tür. "Halt die Klappe, wenn du keine Ahnung hast."
Für einen winzigen Augenblick sah ich, wie sich seine Lippen bewegten, dann drückte er die Klinke nach unten. Die Tür schwang auf. Ich verdrehte die Augen, während Angus wortlos nach drinnen verschwand. Warum brachte er mir nie so etwas bei? Warum musste ich mich stundenlang mit Latein herumplagen, Tränke anrühren und komplizierte Symbole lernen, die ich angeblich brauchte, um zaubern zu können, wenn ihm ein einziges Wort genügte, dass er noch nicht einmal laut aussprechen musste?! Es mochte sein, dass er sich bereit erklärt hatte, mich in der Zauberei zu unterrichten - was abgesehen von ihm kein anderer hatte tun wollen - aber allmählich keimte in mir der Verdacht auf, er wolle mich für dumm verkaufen.

[52/52-Challenge] Der letzte Tag

Samstag, 30. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Tag
Wörter: 658


Der letzte Tag

Stell dir vor, du hast nur noch einen Tag zu leben. 
Einen Tag, um zu tun, was du schon immer einmal tun wolltest. Um nachzuholen, was du niemals getan hast. Um die Liste der Dinge abzuarbeiten, die du irgendwann in deinem Leben noch tun wolltest.
Einen Tag, um zum letzten Mal zu fühlen. Freude, Glück, Liebe. All das Gute, dass es gibt. All die Dinge, für die es sich zu leben lohnt. Vielleicht auch ein wenig von dem Schlechten - nur für die Erinnerung. Wer weiß schon, wie es danach weitergeht?
Einen Tag, um zu sagen, was noch gesagt werden muss. Um Streitigkeiten beizulegen. Um Freundschaften ein letztes Mal aufleben zu lassen. Um Wissen weiterzugeben, das nicht verloren gehen soll.
Einen Tag, um sich zu verabschieden. Von der Sonne und dem Leben. Von Freunden, die einen begleiteten. Von der Familie. Von all den Menschen, die das Leben prägten und es überhaupt erst lebenswert machten. 
Einen Tag, um diesen Menschen zu danken und zu beten, dass der Schmerz, der Verlust danach nicht zu grausam sein würde.
Einen Tag für all die Ängste, die dein Leben lang in deinem Unterbewusstsein schlummerten.

[52/52-Challenge] Kleinformat

Freitag, 29. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Zwerg
Wörter: 634


Kleinformat

Ich sitze auf der Mauer und starre abwechselnd in den Garten, auf die Garage und die verglaste Rückseite des Hauses mit der riesigen Terrasse. 
Immer noch. 
Vorhin stand ich eine Weile, aber ich kann nicht ewig stehen und nach Hause laufen muss ich nachher auch noch. "Sind doch nicht mal zwei Kilometer", hat Sampson zu mir gesagt, als ich mich darüber beschwerte, dass ich nicht einmal ein Fahrrad bekam. Ich schnaube. Mag ja sein, dass zwei Kilometer mit langen Beinen schnell zu bewältigen sind, aber für jemanden, der nicht größer als ein Taschenbuch ist, sind sie die Hölle.
Erstmal nicht daran denken.
Ich rücke das Moos unter mir zurecht, zupfe ein wenig an dem langen Gras, das aus den Fugen der Mauer sprießt und hinter dem ich mich verstecke, und lehne mich wieder zurück. Wobei - bloß nicht zu weit lehnen. Ich hab keine Lust, schon wieder an den verdammten Steinen hochzuklettern. Beim letzten Mal sind mir einige unter den Fingern zerbrochen.
"Pass auf, was er macht" und "Beobachte ihn" hatte Sampson gesagt. "Melde, wenn er sich verdächtig benimmt", hatte sie gesagt. Dass der Dreckskerl den ganzen beschissenen Tag nicht auftauchen würde, hatte sie nicht gesagt.
Genervt werfe ich Steine in den Garten, wie schon Minuten zuvor. Die Uhr an meinem Handgelenk piepst zum mittlerweile siebten Mal. Seit verdammten sieben Stunden warte ich jetzt, dass hier endlich etwas passiert. Anscheinend hat es heute keiner sonderlich eilig, abgesehen vom Zwerg auf der Mauer. Eigentlich hatte ich mich mit Rory verabredet, um weiter an seinen Computern zu schrauben. Das kann ich wohl vergessen.

[Rezension] Kim Harrison: Blutdämon

Mittwoch, 27. Mai 2015 | Kommentieren
Bloggerportal

Kim Harrison: Blutdämon

720 Seiten | Taschenbuch | Heyne | Deutsch

Original: Pale Demon
Übersetzer: Vanessa Lamatsch
Reihe: Rachel Morgan #9

Erschienen: 11. Juli 2011

ISBN: 978-3453528482
Preis: 15,00 €

Zur Leseprobe

[52/52-Challenge] 01:27 Uhr

Montag, 25. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Uhr
Wörter: 659


01:27 Uhr

"Mika?" Stille. 
Wieder klopft sie an die Tür. "Mika, ich bin es!" Noch immer keine Antwort.
Sie drückt die Klinke hinunter. Nicht abgeschlossen. Lautlos schwingt die Tür nach innen auf, gibt den Blick auf einen leeren Flur frei. Sie tritt ein.
"Mika?" Über ihr knarzt die Decke, doch es ist nur ein einziges kurzes Geräusch. Keine Schritte. Keine Stimme. An der Garderobe hängen einige Jacken, darunter die braune Lederjacke, die Mika nahezu immer trägt, wenn sie sich treffen. Ein einzelnes Paar Turnschuhe steht darunter an der Wand. Es sind eindeutig Mikas. Mit anderen Schuhen hat sie ihn nie gesehen. 
Eigentlich müsste er zuhause sein.
Neben der Garderobe hängen ein Spiegel und eine Uhr. An dem Spiegel klemmen die Fotos aus dem Automaten, die sie vor ein paar Wochen zusammen gemacht haben. Sie grinsen beide in die Kamera, ziehen merkwürdige Grimassen und lachen. Es war ein schöner Tag. Die Uhr tickt leise, doch als sie genauer hinsieht, bemerkt sie, dass die Zeiger stehengeblieben sind. Nur der Sekundenzeiger zuckt noch, als würde er vorwärtsstreben, aber nicht vorankommen.
01:27 Uhr. Vermutlich ist die Batterie leer.

[52/52-Challenge] (R)Ausblicke

Samstag, 23. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Fenster
Wörter: 788


(R)Ausblicke

Ich sitze auf meinem Bett, in dem kleinen Zimmer, dass ich Mein nennen darf. Es hat keine Tür und das einzige Fenster, auf das ich Tag für Tag starre, ist zugemauert worden, bevor ich hierher kam. Es ist dunkel; nur ein kleiner Schimmer von dem Kristall, der in die Wand eingelassen ist, wo sich vielleicht einmal die Tür befand, spendet einen Hauch von Licht.
Von irgendwo und nirgends hüllt mich ein seichter Lufthauch ein. Ich habe Tage, vielleicht sogar Wochen damit zugebracht, seine Quelle zu finden. Erfolglos.
Mein Zeitgefühl habe ich schon vor einer halben Ewigkeit verloren - vielleicht war es auch erst gestern. Wer weiß das an diesem Ort schon? Für mich gibt es keinen Wechsel von Tag und Nacht, sondern immer nur das ewig gleiche schwache Leuchten des Kristalls. Ich kann keine Tage zählen, keinen Kalender führen, nichts. Eine Zeit lang habe ich jedes Mal, wenn ich aufwachte, mit dem Fingernagel eine Rille in die Wand gekratzt - ein kläglicher Versuch, einen gewissen Lebensrhythmus zu erschaffen. Irgendwann habe ich damit aufgehört.

[52/52-Challenge] Tec-Junge

Samstag, 23. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Maschine
Wörter: 693


Tec-Junge

Er betrat den Club. Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss und sperrte die lauten Straßen der Großstadt aus. Dunkle Klänge hüllten ihn ein. Sie waren nur Hintergrundklänge, doch nach den lauten Straßen schienen sie ihm in der Ruhe des Clubs für einen Moment ungewöhnlich laut für dieses Etablissement. 
Nach einem kurzen, nur schwach beleuchteten Flur erreichte Damian den Hauptraum. An den kleinen runden Tischen vor der leeren Bühne saßen nur wenige Menschen. Überwiegend Männer, soweit er erkennen konnte. Hinter der Bar stand ein Kellner und wusch Gläser aus. Eine Treppe zwischen Wand und Bar führte hinauf zu einer Galerie, von der zahlreiche Türen abzweigten. Leise Geräusche klangen von dort hinunter. Gespräche, vermutete er, konnte es jedoch nicht genau sagen.
Die ruhige Atmosphäre, die Damian an diesem Ort so sehr schätzte, war ihm bekannt. Dass die sonst so rege Betriebsamkeit beinahe gänzlich fehlte, überraschte ihn. Es war bereits früher Abend, doch weder waren viele Gäste anwesend, noch wurde die Bühne bespielt. Ungewöhnlich.

[Rezension] Sally Green: Half Wild

Dienstag, 19. Mai 2015 | Kommentieren
Dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar von Blogg dein Buch bekommen. Lieben Dank dafür!


© Penguin Randomhouse
Rezensionsexemplar
Sally Green: Half Wild

448 Seiten | Taschenbuch | Penguin Randomhouse | Englisch

Originalausgabe

Reihe: Half Bad Trilogy #2

Erschienen: 26. März 2015

ISBN: 978-0147511935
Preis: $ 10,99

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[52/52-Challenge] Spiegelbild

Montag, 18. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Figur
Wörter: 815


Spiegelbild

Er starrte auf die spiegelnde Fläche vor ihm. Sein eigenes Gesicht schaute zurück, blass und eingefallen, mit Augenringen, die fast dunkler als seine Augen waren. Die Haare hingen ihm in fettigen Strähnen vom Kopf. Er hatte sie sich vor nicht allzu langer Zeit mit dem Rasiermesser geschnitten, dass sie ihm einmal in der Woche gaben. Besonders schön war seine Frisur nicht geworden, doch wenigstens waren die Haare seitdem kürzer und hingen ihm nicht mehr vor den Augen.
Er atmete tief durch und verbannte jeden Gedanken aus seinem Kopf. Sein Blick verlor sich in den Tiefen des Spiegels, bis er nichts mehr wahrnahm - nichts um ihn herum und nichts von seinem Spiegelbild. Vor seinen Augen, in einem Abgrund inmitten des Spiegels, den nur er sehen konnte, entstand ein Strudel aus flirrenden Farben, der sich immer tiefer grub. Mehr und mehr fixierte sich seine Wahrnehmung auf diese endlos scheinende Tiefe, bis kein Geräusch, kein Bild und kein Geruch aus seiner Umgebung mehr zu ihm durchdrang.
'Zeige mir die Quelle Alter Magie', dachte er.
Als hätte er inmitten des Strudels ein Tor geöffnet, wurde es plötzlich hell vor seinen Augen und in dem Licht ohne Quelle erschienen lange Wände mit Regalen voller Bücher und unzähligen Tischen dazwischen. Die Bibliothek. Mal wieder. Zu dieser Zeit saßen Studenten an den Tischen und arbeiteten. Ein grummeliger Bibliothekar schlurfte an ihnen vorbei und bestrafte jeden Ton mit einem energischen "Psssst!". Ihm schien es, als dürften die Besucher der Bibliothek nicht einmal zu laut atmen.
Ein leichtes Zupfen an seinem Bewusstsein zog ihn fort aus dem Lesesaal. Er folgte ihm, ließ sich treiben. Wie lange suchte er eigentlich schon? Wann hatte ihn der magische Rat aufgefordert, die Quelle zu finden? Die Quelle zur einzigen Magie, die gegen Dämonen funktonierte. Der Alten Magie. Eine schier unlösbare Aufgabe, zumal er nicht wusste, was diese Quelle war. Ein Spruch? Ein Buch? Ein Kristall? Ein Schmuckstück? Geheiligtes Wasser? Es könnte alles sein. Nicht einmal der Rat wusste, wonach er suchen sollte, was ursprünglich genau der Grund gewesen war, aus dem er den Auftrag abgelehnt hatte. Letztendlich hatten sie ihm keine Wahl gelassen. Er war der einzige, der, nach offiziellen Aufzeichnungen, über die Gabe des Sehens verfügte.
Nun war er irgendwo in einem Gefängnis des Rates gefangen. Die Versorgung war dürftig, Kontakt nach außen hatte er keinen. Eine Chance auf Freiheit bestand nur, wenn er die verdammte Quelle fand. Ein Ziel, dem er in den letzten fünf Monaten kein Stück näher gekommen war.
Seine Gedanken schweiften ab, die Konzentration schwand. Das Bild vor seinen Augen begann zu verschwimmen und verschwand schließlich komplett in dem zurückkehrenden Strudel. Dieses Mal drehte er sich nicht nach unten, sondern nach oben, als wollte er ihn ausspucken. Für einen Augenblick kehrten seine Wahrnehmungen halbwegs zurück, dann änderte der Strudel plötzlich wieder seine Richtung und eine weitere Szene tauchte vor ihm auf.
Er befand sich in einem historisch anmutenden Arbeitszimmer: ein kunstvoll gewebter Teppich, Gemälde an den Wänden, Regale mit in Leder gebundenen Büchern, ein schwerer Eichenschreibtisch, zwei mit rotem Samt bezogene Stühle.
Die Raumgestaltung überwältigte ihn für einen Augenblick, dann gelang es ihm, sich auf die beiden Männer zu konzentrieren, die sich am Tisch gegenüber saßen. Den einen erkannte er sofort: Marcel Lecroix, einer der wichtigsten Männer des Rates. Es musste sein Büro sein. Den anderen Mann hatte er schon einmal gesehen, konnte sich ab er an keinen Namen erinnern.
"Wie lange wird es noch dauern?"
Lecroix zuckte mit den Schultern. "Egal. Er wird es finden."
"Und dann? Niemand darf davon wissen."
Ein durchtriebenes Lächeln stahl sich auf Lecroix's Lippen. "Was soll mit ihm geschehen? Er ist nur eine Figur. Ein dummer Bauer. Sobald er uns den Standort geliefert hat, wird er entfernt. Es sei denn, er könnte noch etwas für uns finden... Aber vielleicht haben wir bis dahin schon eine andere Figur."
Der andere Mann lachte.
Plötzlich war der Strudel wieder da. Er versuchte, sich an das Bild zu klammern, doch das Zimmer verschwand mit einem letzten hellen Aufblitzen, dann spuckte ihn der Strudel aus. Er war zurück in seiner Zelle. Aus dem Spiegel starrte ihn sein Spiegelbild an; genauso verwirrt, wie er es war. Seit wann war die magische Barriere fort, die verhinderte, dass er den Rat beobachten konnte?
Und was noch viel wichtiger war: Hatten sie gerade über ihn gesprochen?

[52/52-Challenge] Wiedersehen

Sonntag, 17. Mai 2015 | Kommentieren
Die heutige Szene ist nicht nur ein potentieller Teil eines größeren Projekts, sondern schon fest eingeplant. Vor einiger Zeit habe ich beschlossen, meine alte Idee zum Romanprojekt "Der Zirkel" umzuarbeiten. Die folgende Szene ist eine der Anfangsszenen dieses Projekts.


Stichwort: Krieg
Wörter: 924


Wiedersehen

Es war noch dunkel, als ich die Augen aufschlug. Kühle Luft wehte durch das offene Fenster. Nachtluft.
"Liz, bist du endlich wach?"
Ich zuckte zusammen, setzte mich auf und tastete gleichzeitig nach dem Schalter meiner Nachttischlampe. Das Licht ging an. Ich blinzelte und sah mich um. 
Woher kannte ich diese Stimme?
"Liz?"
Mein Blick folgte der Stimme. Für einen Augenblick stockte mein Atem. In der Ecke zwischen Fenster und Schreibtisch hockte eine Gestalt. Ein dunkelhaariger Mann. Nein, eher ein Jugendlicher. Ich stand auf und trat näher an ihn heran. Angst hatte ich keine. Als er zu mir aufsah, begriff ich auch warum. "Nicor?!"
Ich sank vor ihm auf die Knie und legte meine Hand an seine zerschrammte Wange. Wimmernd zog er den Kopf zurück.
"Was tust du hier? Was ist passiert? Warum bist du nicht in Merindar?"
Er lächelte gequält. "Die Zeiten haben sich geändert seit damals."

[52/52-Challenge] Auserwählte

Samstag, 16. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Drache
Wörter: 874


Auserwählte

Sie hatten sich im Inneren des großen Tempels versammelt - Schüler, Novizen, Lehrer, selbst die wenigen fertig ausgebildeten Reiter, die über die weiten Anlagen der Schule wachten. Es war ein besonderer Tag gewesen, voll von Ritualen und atemberaubenden Vorführungen, der nun in der abschließenden Zeremonie seinen Höhepunkt fand. Rhys konnte die vielfältigen Eindrücke noch immer nicht alle in Worte fassen. Er hatte das Spektakel zum ersten Mal erlebt. Ein Jahr verbrachte er bereits in der Schule. In drei Jahren würde die Zeremonie über sein künftiges Leben entscheiden.
Im Tempel herrschte eine angespannte Stille. Alle Augen waren auf das kleine Podest gerichtet, auf dem normalerweise die Opfergaben für die Götter dargebracht wurden. An diesem Tag war es leer bis auf eine kunstvoll gearbeitete Holztruhe mit goldenen Verzierungen. Zwei Reiter standen als rituelle Wächter links und rechts neben dem Podest; ihre Rüstungen aus einer Vielzahl kleiner Metallplatten gefertigt, die wie Miniaturausführungen der dicken Drachenschuppen wirkten. Rhys glaubte, sie ab und an in der Nähe der Ställe gesehen zu haben. Ihre Namen kannte er jedoch nicht.
In der vordersten Reihe, direkt vor dem Podest, standen die ältesten Schüler in ihren Uniformen. Einige von ihnen würden diesen Tempel geweiht als Novizen verlassen. Die meisten jedoch würden als ausgebildete Krieger diese Schule verlassen, ohne jemals zum Novizen ernannt worden zu sein. Es war ein Drahtseilakt, ein Wagnis. Jeder, der die Aufnahmeprüfungen der Schule bestand, hatte die Chance, zu einem Drachenreiter ausgebildet zu werden, aber wen die Drachen erwählten, wusste niemand im Voraus. In drei Jahren würde auch Rhys dort vorn stehen und nervös auf die Zeremonie warten. Drei Jahre, die unendlich weit entfernt schienen, dabei war bereits sein erstes Jahr wie im Flug vergangen.

[52/52-Challenge] Ohne Titel

Samstag, 16. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Blau
Wörter: 941


Ohne Titel

Du stehst am Fenster und schaust hinaus in den verschneiten Garten. Eine hohe Steinmauer mit schneeweißer Krone umfasst ihn. Einnerst du dich, wie du versucht hast, darüber zu klettern? Wie du um Verzeihung gebettelt hast, während du mit verstauchtem Fuß und gebrochenem Arm vor mir kauertest?
Die zwei großen Eichen sind nur Gerippe ihrer selbst, ganz ohne die riesige Blätterkrone und nur mit den kahlen schneebedeckten Ästen. Erinnerst du dich, wie du am Stamm einer der Eichen standest, die Hände daran festgebunden, der Rücken mit blutigen Striemen überzogen? Wie du dich anfangs gewehrt hast, bis du dich deiner Strafe schließlich weinend fügtest?
Die erhöhte hölzerne Terrasse ist leer. Die Möbel sind über den Winter eingelagert. Erinnerst du dich, wie du in jenem ersten Winter dort auf dem Holz im Schnee knietest, die Hände und Füße gefesselt, nur in Jogginghose, T-Shirt und Socken? Wie ich dich irgendwann in der Nacht halb bewusstlos ins Haus geholt habe; wie du geschrien und geweint hast, als sich dein Körper langsam wieder erwärmte?
Es ist Vergangenheit. Lange her.

[52/52-Challenge] Kristallklar

Freitag, 15. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Kristall
Wörter: 1338


Kristallklar

"Was, denkst du, ist so besonders an diesen Kristallen?"
Benji zuckte mit den Schultern und kletterte vor mir auf einen riesigen umgestürzten Baum. "Was weiß ich. Solange wir gut dafür bezahlt werden, ist es mir egal." Er schlug seinen Dolch in das Holz und zog sich daran hoch, ehe er auf der anderen Seite hinuntersprang.
"Ich meine nur, dass es merkwürdig war, wie gierig der Priester nach den Kristallen zu sein schien", warf ich ein und folgte ihm über den Stamm. Er war rutschig. Rinde bröckelte unter meinen Fingern weg und ich brauchte einen Augenblick, um genügend Halt zu finden, damit ich mich auf die andere Seite schwingen konnte. "Ich traue dem Ganzen nicht."
Er wandte sich einen Augenblick zu mir um und verdrehte die Augen. "Stell dich nicht so an. Ein paar glitzernde Steinchen haben die mächtigsten Männer um den Verstand gebracht. Davor ist auch ein Priester nicht sicher."
"Mag sein, aber warum dürfen wir sie auf keinen Fall anfassen?"
Benji zuckte mit den Schultern und schwieg.
Wir kämpften uns noch ein paar Meter durch den dichten Dschungel, dann erreichten wir endlich die Lichtung, nach der wir die vergangenen drei Tage gesucht hatten. Es war nicht nur irgendeine Lichtung. Im Grunde war es überhaupt keine Lichtung, sondern eine Wiese, über der sich die Äste der Bäume zu einer geschlossenen Kuppel verflochten hatten. Das Wichtigste war allerdings der alte Tempel, der direkt unter dem Zentrum der Kuppel erbaut worden war: ein prächtiges Gebäude mit unzähligen kleinen und großen Säulen und kunstvollen Mustern, die in den mittlerweile mit Moos bewachsenen Stein geritzt worden waren. Es war vollständig verschlossen, ganz ohne Fenster und Türen.
"Und jetzt?"

[52/52-Challenge] Pakt mit dem Teufel

Donnerstag, 14. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Teufel
Wörter: 735


Pakt mit dem Teufel

Er erwachte - schweißgebadet, zitternd. Sein Körper klebte. Er war ausgelaugt, erschöpft. Noch immer zuckten seine Muskeln unkontrolliert. Er keuchte. Sein Herz raste.
Schon wieder.
Er kniff die Augen einige Momente zusammen und öffnete sie dann langsam wieder, nun ein wenig ruhiger. Noch immer war es finster. Er war allein. Das Fenster stand offen und die Vorhänge wehten im Nachtwind. Die kühle Luft strich über seine erhitzte, feuchte Haut. Zu kühl. Fast blind tastete er nach der Bettdecke, ohne sie zu finden.
Tatsächlich alles wie immer.
Er seufzte. Längst nicht nehr schläfrig stand er auf und tapste auf unsicheren Beinen ins Bad. Seine Unterhose, in der er normalerweise schlief, musste er irgendwann in den vergangenen Stunden ausgezogen haben. Er erinnerte sich nicht daran. Er erinnerte sich an so vieles nicht.

[Rezension] Sally Green: Half Bad

Mittwoch, 13. Mai 2015 | Kommentieren
Ich bin seit mittlerweile zwei Jahren aus der Schule heraus und ich glaube, das letzte englische Buch hab ich irgendwann in der zehnten oder elften Klasse gelesen. Lang, lang ist's her!
Vor ein paar Tagen hab ich dann "Half Wild" entdeckt (angeregt durch eine Verlosung bei BdB) und ziemlich schnell stand fest: Das willst du lesen! Und mal ganz ehrlich: Warum auf Deutsch anfangen, wenn der englische zweite Band gerade erschienen ist und es dauert, bis der deutsche herauskommt? ;)


© Penguin Randomhouse

Sally Green: Half Bad

432 Seiten | Taschenbuch | Penguin Randomhouse | Englisch

Originalausgabe

Reihe: Half Bad Trilogy #1

Erschienen: 13. Januar 2015

ISBN: 978-0147511461
Preis: $ 9,99

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[52/52-Challenge] Kranke Magie

Montag, 11. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: Fieber
Wörter: 1048


Kranke Magie

"Doktor?"
"Er hat hohes Fieber. Es steigt noch immer."
"Ist er krank? Eine Erkältung? Oder ist es wirklich das Fieber?"
Der Doktor seufzte und packte seine Instrumente zurück in die Tasche. "Es tut mir leid. Sie sollten dem Konzil schnellstmöglich Bescheid geben. Wenn das Fieber weiterhin so schnell steigt, wird er die nächsten zwei Tage kaum überleben."
Die Stimmen entfernten sich zusammen mit den Schritten seiner Mutter und des Doktors. Er blieb allein in seinem abgedunkelten Zimmer zurück. Allein in der Stille. Nicht einmal ein Vogel war zu hören, kein Rasenmäher im Nachbarsgarten, der die sonntägliche Ruhe bekämpfte, keine Autos oder spielenden Kinder auf der Straße. 
Er zog sich die Decke über den Kopf. Zitterte. 
Nicht das Fieber.
Die letzten Tage hatte er immer wieder gebetet, schließlich sogar gefleht, dass es nur eine Erkältung war. Er hatte gezittert, geweint, geschrien, geflucht. Seine Mutter hatte versucht, ihn zu beruhigen. Sie hatte versucht, ihm Mut zu machen. Genützt hatte all das nichts.
Noch war er ein Hexer - ein Minderjähriger mit magischen Genen. Gerade einmal vierzehn Jahre alt. In der magischen Gesellschaft, zu der er gehörte und die unerkannt unter den Menschen existierte, wurde man in diesem Alter zu einem vollwertigen Mitglied der Gemeinschaft. Das magische Erbe erwachte vollständig. Aus einem Hexer wurde ein Magier, der richtige Zauber und nicht nur die einfache, intuitive Kindheitsmagie wirken konnte. 
Es sei denn, man bekam das Fieber.

[Rezension] Kim Harrison: Bluteid

Sonntag, 10. Mai 2015 | Kommentieren
Manchmal haben Bahnstreiks auch etwas Gutes: Zwar war ich deutlich länger als normalerweise unterwegs, aber ich habe die Zeit super nutzen können, um Band 8 der Hollows-Reihe zu verschlingen!


Bloggerportal

Kim Harrison: Bluteid

736 Seiten | Taschenbuch | Heyne | Deutsch

Original: Black Magic Sanction
Übersetzer: Vanessa Lamatsch
Reihe: Rachel Morgan #8

Erschienen: 11. Oktober 2010

ISBN: 978-3-453-52750-8
Preis: 14,00 €

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[52/52-Challenge] Trapped

Sonntag, 10. Mai 2015 | Kommentieren
Heute eine Warnung vorangestellt: Die kommende Szene enthält explizite Gewaltdarstellungen. Leute mit schwachen Nerven sollten nicht unbedingt weiterlesen.

Stichwort: Leben
Wörter: 1650

Trapped

Ein Fenster zersplitterte, als eine fehlgeleitete Kugel es durchschlug. Weitere Schüsse hallten durch die leere Lagerhalle, gepaart mit schmerzerfüllten Schreien und wildem Fauchen. 
Es waren zu viele. 
Oder sie zu wenige. Sein Atem kam stoßweise, er fühlte sein Herz rasen und seine Muskeln gegen die Anstrengung protestieren. Er musste es schaffen. Überleben. Irgendwie.
Mit der Waffe in seiner Hand zielte er erneut auf einen der Vampire, doch noch bevor er abdrücken konnte, wurde sie ihm aus der Hand geprellt. Ein scharfer Schmerz schoss von seinem Handgelenk seinen Arm hinauf. War es gebrochen? Verstaucht? Oder war alles in Ordnung und der Schmerz nur kurzweilig? Er hatte keine Zeit, sich darum zu kümmern. Ein kräftiger Arm packte seine Schulter, Krallen bohrten sich durch seine Haut. Er ächzte vor Schmerz, drehte sich in dem festen Griff, der ihm beinahe die Knochen zu brechen drohte, und trat nach seinem Angreifer. Entfernt hörte er den Schrei eines Jägers aus seinem Zirkel, der abrupt verstummte. Er ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren.
Endlich bekam er den Dolch an seinem Gürtel zu fassen, zog ihn aus dem Halter und hieb damit nach dem Vampir, der plötzlich nicht mehr vor ihm stand. Noch ehe er einen Gedanken formen konnte, traf ihn etwas am Rücken. Er taumelte nach vorn, gleichzeitig packte eine Hand seinen Arm und riss ihn grob zurück. Er schrie auf, als sich die Spannung in seiner Schulter in einem grausamen Schmerz löste, der in einer brennenden Welle durch ihn jagte und das Bild vor seinen Augen verschwimmen ließ. 
Klappernd fiel der Dolch zu Boden.

Buchtrailer auf Pergamentfalter!

Freitag, 8. Mai 2015 | 1 Kommentar
Hey ihr Lieben!
Zwischen all den Challenge-Beiträgen und Rezensionen gibt es heute mal eine Neuerung, die der eine oder andere von euch vielleicht schon in der Seitenleiste entdeckt hat: das Buchtrailer-Widget!
Es ist Teil der Aktion BdB bookboard, an der ich teilgenommen habe. Für den Blog gibt es damit eine spannende Buchtrailer-Slideshow und der Bloginhaber hat die Möglichkeit, sich für die angezeigten Bücher bei BdB zu bewerben. Unter dem Link könnt ihr bei Interesse übrigens immer noch teilnehmen! Als einzige Voraussetzung müsst ihr mit eurem Blog bei BdB registriert sein.
Das Widget selbst ist derzeit noch ein bisschen in Arbeit. Im Grunde ist alles komplett, allerdings überlappt es beim Scrollen noch die Navigationsleiste. Bin schon dran, das zu beheben. Es kann sich nur noch um Stunden oder Tage handeln ;)

Bis dahin würde mich mal interessieren, was ihr von dem Widget haltet?
Buchinfos per Trailer - Ja oder Nein?

[52/52-Challenge] ROD

Donnerstag, 7. Mai 2015 | Kommentieren
Heute gibt es mal eine Szene, bei der der Titel wirklich nichts verrät. ;)

Stichwort: Löwe
Wörter: 1418


ROD

Sonnenstrahlen erhellten das weitläufige Büro hoch über den Dächern der Stadt. Durch die gläsernen Wände, die an drei Seiten verliefen, bot sich ein atemberaubender Blick über die riesige Stadt. Nur wenige Tower erreichten die Höhe dieses Büros. Die Welt schien wie von Ameisen erbaut und von ihnen bewohnt, so klein wirkte alles aus dieser Höhe. Die Menschen unten auf den überfüllten Straßen waren kaum zu erkennen, die Autos nur farbige bewegliche Kästchen.
Das Büro selbst war spärlich, doch edel eingerichtet. An einem Ende, nahe der einzigen Tür des Raumes, stand ein großer Schreibtisch mit ledernem Stuhl dahinter. Lediglich einige Blöcke, Stifte und dünne Akten veteilten sich auf der Tischplatte, kein Computer, keine Bücher. Eine kleine Zahl an Ordnern stand in einem Regal an der einzigen undurchsichtigen Wand. Auf der anderen Seite befand sich eine kleine Sitzgruppe - ein niedriger Tisch, umgeben von einem ledernen Ecksofa, dessen Rückseite sich den Fenstern zuwandte - zudem ein niedriger geschlossener Schrank, in dessen gläsernem Aufsatz Gläser verschiedener Art auf die Benutzung warteten.
Es klopfte und eine junge Frau stöckelte herein. "Mr. Gordon wäre nun anwesend, Sir."

[52/52-Challenge] Champion

Mittwoch, 6. Mai 2015 | Kommentieren
Und damit ist Nummer 30 geschafft. Wir nähern uns allmählich so etwas wie dem Ende! :D

Stichwort: Schwert
Wörter: 676

Champion

"Deckung hoch! Stell dich nicht so an, er hat nicht mal richtig getroffen! Schlag endlich zu! Und behalt verdammt nochmal deine Deckung oben!" Wild gestikulierend stand der Trainer am Rande des Rings und beobachtete die drei Kämpfenden.
"Rick, bist du besoffen oder was?! Ich will vernünftige Beinarbeit von dir sehen!"
"Logan, bist du ein Fleischer?! Fass endlich das Schwert richtig an! Ich denke, du kannst damit umgehen!"
Ein Stöhnen. Getroffen sackte einer der Kämpfenden in die Knie.
"Hoch mit dir, Schwächling!", brüllte ihn der Trainer an. Im gleichen Moment traf ihn der Schlag einer seiner Gegner, der ihn zu Boden schickte. Benommen blieb er liegen. Keiner kümmerte sich um ihn, weder der Trainer noch seine Gegner.
Die beiden Verbliebenden umkreisten sich langsam. Der eine, ein kräftig gebauter junger Mann mit dunkler Haut und schwarzen Haaren, schwang sein Schwert locker, doch gleichsam drohend in der Hand. Der andere, ein schmaler Blonder, bestach weniger durch Kraft als durch Schnelligkeit. Das kurze Messer hielt er fest im Griff und lauerte auf den nächsten Zug seines Gegners.
"Soll ich euch noch Kaffee und Kekse bringen?! Ihr sollt kämpfen, verdammt!"

[52/52-Challenge] Der Preis

Sonntag, 3. Mai 2015 | Kommentieren
Stichwort: General
Wörter: 1303


Der Preis

Er huschte durch die nachtdunklen Straßen, nicht mehr als ein Schatten in der Finsternis. Kein Mond leuchtete am Himmel; nur vereinzelte Sterne, deren Licht kaum hinunter auf die Erde und gewiss nicht in die finsteren Gassen reichte, in denen er sich bewegte. Aus dem einen oder anderen Fenster drang der schwache Schein einer Kerze - es war das einzige Licht, das ihn erreichte. Straßenlaternen gab es in diesem Viertel nicht, genau so wenig wie Elektrizität, doch daran hatte er sich längst gewöhnt. Er kannte es kaum anders. Seine Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt; zielsicher fand er den Weg zwischen verfallenen Wänden, Müllbergen und Schutt hindurch zu einer brüchigen Holztür. Angeln hatte sie keine mehr. Sie war nur angelehnt; das Schloss am nutzlos gewordenen Riegel lediglich Tarnung. Ob es funktionierte, wusste er nicht. Es war ihm egal. Er hatte nichts zu verbergen und zu stehlen erst recht nicht. Es wäre nur ärgerlich, eines Tages wieder einmal seinen Unterschlupf besetzt von einem Fremden zu finden, der ihn nicht mehr einließ.
Dank Cross hatte er zumindest eine Chance, dass das nicht allzu bald geschah. Es sei denn, Cross entschied, sich jemand anderen zu holen und ihn nicht mehr zu wollen. Was durchaus im Rahmen des Möglichen war.
Er betrat den winzigen Unterschlupf und entzündete eine halb abgebrannte Kerze mit dem Feuerzeug, das er in den letzten Tagen immer bei sich trug. Es war eines seiner wenigen Schätze. Wer kein Geld besaß, versuchte wenigstens, sich mit materiellem Besitz über Wasser zu halten. Etwas anderes blieb ihm kaum übrig. Nicht, seit sich der General gegen das einstige Parlament durchgesetzt und es entmachtet hatte. Sicher waren die Quartiere, wie die Viertel außerhalb des Zentrums genannt wurden, noch nie gewesen, doch seit der General das Zentrum abgeriegelt und eine Sicherheitszone daraus gemacht hatte, glich das Leben in den Quartieren einem täglichen Überlebenskampf. Wer über keine Kontakte zu den Kartellen verfügte, hatte weder das Recht auf eine Wohnung, noch auf Essen oder andere notwendige Güter. Wer nicht die Kraft hatte zu kämpfen, war verloren.