Die wichtigsten Begriffe der Buchwelt

Freitag, 14. April 2017 | Kommentieren

Als Buchblogger - aber auch als Leser oder einfach Buchinteressierter - begegnen einem immer mal wieder Wörter rund um Bücher und Literatur, die mal mehr, mal weniger gut verständlich sind. Manche dieser Wörter können wir (mittlerweile) problemlos gebrauchen - verwenden sie manchmal vielleicht zu problemlos - während andere in ihnen nur eine Buchstabenkette mit drei Fragezeichen sehen.
Manche Wörter verwenden wir in Bedeutungen, die eigentlich gar nicht wirklich mit dem übereinstimmen, was sie tatsächlich bedeuten.
Und wieder andere Wörter müssen selbst wir googeln oder nachschlagen. Im Bestfall haben wir sie schon mal gehört, aber wer erinnert sich an jede Bedeutung?
Um ein wenig Ordnung in dieses Durcheinander zu bringen, findet ihr in diesem Post eine Übersicht wichtiger Begriffe aus der Buch- und Literaturwelt; jeweils mit Erklärung, wenn ihr draufklickt.

Die Übersicht hat keineswegs den Anspruch, vollständig zu sein. Ich bin mir nicht sicher, ob das bei der Fülle von Stichworten und Fachbegriffen überhaupt möglich ist. Wenn euch jedoch noch wichtige Begriffe einfallen, von denen ihr meint, dass sie unbedingt hineingehören in den Glossar - gern her damit!

Zeitgleich ist dieser Glossar der Auftakt für meine neue Rubrik "#Literafaktisch". In (un)regelmäßigen Abständen wird es in dieser Rubrik Sachartikel zu verschiedensten Themen geben, die einem in der Welt der Bücher begegnen könnten. Lasst euch überraschen!

Glossar



Ableger
Auskopplung aus einem fiktiven Werk, z.B. indem Nebenfiguren innerhalb eines neuen Werkes (dem Ableger) zu Hauptfiguren werden. Das Gegenteil des Ablegers ist das Crossover.
Antagonist
Gegenspieler des Protagonisten, der dessen Weg durchkreuzt, ihn behindert oder ihm Schaden zufügt. Er kann eine Figur sein, eine Gruppe oder Institution, die Natur oder etwas Abstraktes und stellt einen Kontrast zu dem Protagonisten zu.
Antiheld
Protagonist oder Nebenfigur eines literarischen Werkes. Im Gegensatz zum Helden charakterisieren den Antihelden seine Schwächen, die ihn sympatisch erscheinen lassen. Häufig ist er vielschichtiger konzipiert und ermöglicht es dem Leser darüber, sich stärker mit ihm zu identifizieren. Charakteristisch sind vielfach eine passive, kritische Grundhaltung, melancholische/ resignative Denkmuster und eine Abgrenzung von anderen Menschen. Zudem ist der Antiheld, anders als der Held, immer zum Scheitern verurteilt, was sich nicht nur im fehlenden Happy End sondern generell in den Ergebnissen seiner Handlungen widerspiegelt.
Autor
Verfasser bzw. Urheber eines Werkes. Im engeren Sinn umfasst der Begriff sprachliche (auch illustrierte) Werke (von Lyrik und Romanen bis hin zu Bilderbüchern). Im weiteren Sinne wird er auch für nicht-literarische Werke wie Musik oder Fotografie verwendet.
Belletristik
Teilgebiet der Literatur. Der Begriff umfasst die Ausdrucksformen der Unterhaltungsliteratur, deren fiktionale Geschichten charakteristisch sind. Wortwörtlich, abgeleitet von dem französischen Ausdruck "Belles Lettres", bezeichnet er die schöne oder schöngeistige Literatur. Ihr vorrangiger Zweck ist die Unterhaltung.
Broschur
Hochwertige weiche Form des Einbands aus flexiblem Karton; auch als Softcover bezeichnet.
Buch
Eine gebundene Sammlung von leeren, bemalten, beschriebenen oder bedruckten Seiten. Laut einer Definition der UNESCO hat es mindestens 49 Seiten, die Cover-Seiten ausgenommen, und erscheint nicht periodisch.¹
Buchhandel 
Vertrieb von Büchern, Druckerzeugnissen und anderen Produkten von Verlagen, z.B. über den Versandhandel oder die Buchhandlung.
Buchpreisbindung
Gesetzliche und vertragliche Preisbindung für Bücher und ähnliche Produkte, die den Verlagen vorschreibt, für jedes davon betroffene Produkt einen unveränderlichen verbindlichen Ladenpreis festzulegen.
Eine tolle Übersicht zu Fakten und Mythen der Buchpreisbindung hat Papiergeflüster erstellt.
Charakterisierung 
Darstellung einer Figur oder Person. Sie umfasst z.B. Geschlecht, Alter, äußeres Erscheinungsbild (Körperbau, Kleidung, Aussehen), soziale Situation (gesellschaftliche Stellung, Beruf, finanzielle Situation etc.), Verhalten (Verhaltensweisen und -muster, Sprache, Gewohnheiten etc.), Psyche (Denkweisen, Interessen, Probleme etc.) sowie Beziehungen.
Cover
1) Einband eines Buches, bestehend aus den beiden Buchdeckeln und dem Buchrücken. Häufig wird insbesondere der vordere Buchdeckel als Cover bezeichnet.
2) Titelblatt bzw. -seite
Crossover
Vermischung verschiedener Werke, bsp. indem Figuren, Handlungsorte oder Charakteristika einzelner Werke in anderen Werken erscheinen und/ oder mit weiteren zusammengeführt werden. Das Gegenteil des Crossover ist der Ableger.
Dekalogie
siehe Mehrteiler
Dilogie
siehe Mehrteiler
Dodekalogie
siehe Mehrteiler
Dramatik
Hauptgattung der Literatur neben Epik und Lyrik. Im Drama wird die Handlung mittels Dialogen dargestellt. Mögliche Formen der Dramatik sind z.B. das Theaterstück, das Drehbuch oder das Manuskript eines Hörspiels.
E-Book
(oder Ebook)
Elektronisches Buch bzw. digitale Form eines Buches, das mittels eines E-Book-Readers oder spezieller Software gelesen werden kann.
Eigenverlag
siehe Selfpublishing
Einband
1) Arbeitsprozess der Herstellung der äußeren Hülle eines Buches vom Herstellen und Zusammenfügen der einzelnen Elemente bis zur Gestaltung.
2) Äußere Hülle eines Buches (auch Cover), bestehend aus den beiden Buchdeckeln und dem Buchrücken. Je nach Material gibt es verschiedene Varianten des Einbands wie z.B. Hardcover, Softcover/ Broschur und Taschenbuch.
Epoche
Abschnitt in der Literaturgeschichte, der durch bestimmte Merkmale, Motive, Autoren und Werke geprägt wird. Überblicherweise wird eine Epoche von historischen Ereignissen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten der jeweiligen Zeit beeinflusst.
Epik 
Hauptgattung der Literatur neben Dramatik und Lyrik, die auch als "erzählende Literatur" bezeichnet wird. Die Texte werden in Vers- oder Prosaform verfasst. Mögliche Formen sind der Roman, die Kurzgeschichte, die Erzählung, das Sprichwort und das Märchen.
Erzähler
Stimme in einem zumeist epischen Werk, die die Geschichte erzählt. Der Erzähler kann sowohl eine abstrakte Instanz sein als auch eine Figur innerhalb des Werks.
Siehe auch: Erzählerbericht, Erzählhaltung, Erzählperspektive, Erzählsituation, Erzählstil, Erzähltempo, erzählte Zeit, Erzählzeit, Personenrede
Erzählerbericht 
Alle Äußerungen in einem Werk, die nicht von einer Figur gedacht oder gesprochen werden, d.h. die nicht zur Personen- bzw. Figurenrede gehören. Der Erzählerbericht kann als bloße Information über Gegebenheiten (z.B. Ort, Figuren, Geschehnisse) oder als Bericht über Äußerungen der Figuren erfolgen oder indem der Erzähler das Geschehen kommentiert und bewertet.
Erzählgeschwindigkeit
siehe Erzähltempo
Erzählhaltung
Einstellung des Erzählers gegenüber der erzählten Geschichte. Sie kann z.B. zustimmend, ablehnend, kritisch, neutral oder ironisch sein.
Erzählperspektive
Position des Erzählers. Die Perspektive gibt Aufschluss darüber, wo sich der Erzähler befindet und daraus resultierend was er wissen kann. Es wird zwischen folgenden vier Erzählperspektiven unterschieden, die jeweils unterschiedliche Wirkungen auf den Leser haben:
Auktorialer Erzähler:
Allwissend und mit einer scheinbar göttlichen Sichtweise. Er kennt die gesamte Handlung (auch die Zukunft), die Figuren, ihre Gedanken und Gefühle und verfügt damit über ein größeres Wissen als die Figuren der Geschichte. Häufig tritt er nicht nur berichtend sondern auch kommentierend auf. Der Erzähler nimmt eine Außenperspektive ein, da er sich nicht selbst in der Geschichte befindet.
Personaler Erzähler:
Als Erzähler treten eine oder mehrere Figuren der Geschichte auf. Folglich befindet sich der Erzähler auf dem Wissensstand der jeweiligen Figur. Er kommentiert nicht. Da er aus der Geschichte heraus berichtet, handelt es sich bei ihm um eine Innenperspektive.
Neutraler Erzähler:
Äußerlicher Bericht des Geschehens ohne Kommentare oder Wertung durch den Erzähler.
Ich-Erzähler:
Der Erzähler berichtet von sich selbst als "Ich", befindet sich also direkt in der Geschichte und spricht aus einer sehr persönlichen Perspektive heraus. Der Erzähler kann werten, jedoch nur aus der eigenen Perspektive heraus und nicht aus einer allwissenden Position. Unterschieden wird zwischen dem erlebenden Ich, das die Handlung direkt miterlebt, und dem erzählenden Ich, das von einer erlebten Handlung berichtet. Letzteres kann die Züge eines auktorialen Erzählers besitzen.
Neben einer strikt durchgehaltenen Perspektive in einem Werk besteht auch die Möglichkeit von Perspektivwechseln innerhalb der Geschichte.
Erzählsituation
Blickwinkel des Erzählers. Es wird zwischen auktorialer (auktorialer Erzähler), personaler (personaler oder neutraler Erzähler) und Ich-Erzählsituation (Ich-Erzähler) unterschieden.
Erzählstil 
Art, wie der Autor die Geschichte erzählt bzw. durch den Erzähler erzählen lässt. Hierzu gehören das Setting, die Erzählperspektive, -situation und -haltung sowie das Erzähltempo.
Erzähltempo
(auch Erzählgeschwindigkeit)
Verhältnis zwischen erzählter Zeit und Erzählzeit. Es wird zwischen drei Varianten unterschieden:
Zeitraffung:
Die Erzählzeit ist kürzer als die erzählte Zeit. Ein typisches Stilmittel sind Zeitsprünge und Berichte.
Zeitdeckung:
Die Erzählzeit und die erzählte Zeit sind (ungefähr) gleich. Ein Beispiel hierfür sind Dialoge.
Zeitdehnung:
Die Erzählzeit ist länger als die erzählte Zeit. Ein mögliches stilistisches Mittel ist der Bewusstseinsstrom.
Erzählte Zeit 
Zeitspanne, über die sich ein literarisches Werk inhaltlich erstreckt.
Erzählzeit 
Zeitspanne, die benötigt wird, um ein literarisches Werk zu lesen.
Fachliteratur
Teilgebiet der nichtbelletristischen Literatur. Je nach Definition wird die Fachliteratur als eigenständiges Gebiet oder Unterkategorie der Sachliteratur verstanden. Im Gegensatz zur Sachliteratur richtet sie sich jedoch an ein Fachpublikum. Zur Fachliteratur zählt die wissenschaftliche Literatur.
Fanfiktion
(oder Fan-Fiction, kurz Fanfic oder FF)
Bezeichnung für Werke von Fans zu einem Originalwerk oder einer realen Person. Ähnlich dem Ableger werden bereits bestehende Figuren, Welten oder reale Menschen zu Protagonisten bzw. Welten einer neuen, das Original weiterführenden oder alternativen Geschichte. Eine Sonderform der Fanfiktion ist das Crossover.
Figur
Fiktive Gestalt in einem literarischen Werk.
Entsprechend der Rolle der Figur wird zwischen Hauptfigur (Protagonist), Gegenspieler (Antagonist) und Nebenfigur unterschieden. Daneben kennt die Literaturtheorie die Unterscheidung zwischen runden und flachen Figuren, die sich auf die Charakterisierung bezieht.
Runde bzw. tiefgründige oder starke Figuren
kennen mehrere charakterliche Facetten. Sie sind mit Stärken und Schwächen versehen und wirken im Allgemeinen lebendiger als flache Figuren. Häufig sind sie die Protagonisten eines Werkes und erfahren im Laufe der Handlung eine (geistige) Entwicklung.
Flache Figuren
verhalten sich immer gleich bzw. zeigen im Verlauf der Handlung nur wenige charakterliche Facetten. Ihre Vergangenheit, Beziehungen zu anderen Figuren und/ oder Motive bleiben, sofern nicht für die Handlung von Bedeutung, häufig unbekannt. In literarischen Werken nehmen flache Figuren meist die Rolle von Nebenfiguren ein.
Figurenrede
siehe Personenrede
Fiktion 
Das Erdachte bzw. Erfundene, z.B. Welten oder Figuren in literarischen Werken. Das Gegenteil ist die Non-Fiktion.
Gattung
Ordnungssystem der Literaturwissenschaft, nach dem literarische Werke formal geordnet werden. Die klassischen drei Hauptgattungen der Literatur sind Epik, Lyrik und Dramatik.
Genre 
Genauere Klassifizierung literarischer Werke innerhalb der drei Hauptgattungen. Das Genre kann sich sowohl nach formalen Gesichtspunkten richten (z.B. Roman und Erzählung als Genres der Epik) als auch nach inhaltlichen Gesichtspunkten (z.B. Krimi, Historischer Roman, Fantasy). Eine weitere Spezifizierung der Genres wird als Subgenre bezeichnet (z.B. High Fantasy, Contemporary Fantasy, Dark Fantasy als Subgenres der Fantasy).
Hardcover
Buch mit einem festen Einband aus (bedrucktem) Karton oder Pappe. Das Hardcover gilt als hochwertigster moderner Bucheinband und ist demzufolge preislich höher angesiedelt als z.B. Taschenbücher oder Softcover. Erstausgaben werden häufig zunächst als Hardcover herausgegeben.
Held
Im traditionellen Verständnis ist der Held eine Figur mit besonderen, herausragenden Fähigkeiten und Eigenschaften. Er ist zu Leistungen fähig, die Durchschnittsmenschen nicht vollbringen können und steht vielfach in Verbindung mit übernatürlichen und/ oder religiösen Mächten.
Abweichend von diesem Verständnis wird als Held heute vielfach generell (ohne die ursprüngliche Bedeutung) der Protagonist eines literarischen Werkes verstanden.
Heptalogie
siehe Mehrteiler
Hexalogie
siehe Mehrteiler
Kapital
(auch Kapitalband)
Kleines, z.T. farbiges Band, das bei Hardcovern an der Ober- und Unterseite des Buches zwischen Buchrücken und Buchblock geklebt wird, um die Lücke zwischen diesen beiden Elementen zu verdecken.
Klappentext 
1) Text auf der Einschlagklappe des Schutzumschlags. Üblich sind z.B. eine inhaltliche Kurzbeschreibung, Informationen zum Autor oder eine knappe Leseprobe.
2) Umgangssprachlich alle Texte auf den Einschlagklappen und auf der Buchrückseite (siehe auch Rückentext).
Lektorat
1) Abteilung (z.B. eines Verlages oder einer Agentur), die für die Prüfung und Bewertung eines eingereichten Manuskripts zuständig ist und dieses ggf. mit dem/ den Autoren bearbeitet. Die Beschäftigten des Lektorats heißen Lektoren.
2) Bearbeitungsform eines literarischen Werkes. Das Lektorat umfasst die Prüfung von Manuskripten sowie ihre inhaltliche, rechtschreibliche und grammatikalische Verbesserung.
Leseband
(auch Lesebändchen, Zeichenband)
Schmales Stoffband, das häufig v.a. bei Hardcovern an der Oberseite des Buches festgeklebt ist und als Lesezeichen dient. Es ragt meist über die Buchseiten hinaus. Manche Bücher besitzen mehrere Lesebänder.
Leseprobe 
Auszug aus einem längeren Text, bsp. aus einem Buch, der dazu dient, dem (potentiellen) Leser einen ersten Eindruck von dem Text zu vermitteln und Interesse daran zu wecken.
Literatur
Sammelbegriff für sprachliche, insbesondere schriftlich festgehaltene, Erzeugnisse, die je nach Entstehungszeitraum, inhaltlicher und formaler Gestaltung unterschiedlich gegliedert und gruppiert werden.
Love Interest
(auch Romantic Interest)
Erreichbares oder unerreichbares Objekt der Begierde, Sehnsüchte und/ oder Liebe eines Protagonisten.
Lyrik 
Hauptgattung der Literatur neben Epik und Dramatik, die die Dichtung in Versform bezeichnet. Die Werke der Lyrik werden auch Gedichte genannt und umfassen z.B. die Ballade, die Ode und die Hymne.
Manuskript 
1) Handgeschriebene Publikation
2) (Druck-) Vorlage eines literarischen Werkes
Mehrteiler
Ein aus mindestens zwei Teilen bestehendes literarisches Werk. Die einzelnen Werke innerhalb eines Mehrteilers sind häufig selbstständig und in sich geschlossen; gleichzeitig verbindet sie ein gemeinsamer inhaltlicher Rahmen. Ein häufig auftretendes stilistisches Mittel in Mehrteilern sind Cliffhanger.
Die Bezeichnung der Mehrteiler erfolgt anhand der Anzahl der zu ihm gehörenden einzelnen Werken:
Zweiteiler - Dilogie
Dreiteiler - Trilogie
Vierteiler - Tetralogie
Fünfteiler - Pentalogie
Sechsteiler - Hexalogie
Siebenteiler - Heptalogie
Achtteiler - Oktologie (auch Oktalogie)
Zehnteiler - Dekalogie
Zwölfteiler - Dodekalogie
Der Einfachheit halber wird häufig ab vier bis fünf Teilen die Bezeichnung "Mehrteiler" verwendet.
Motiv 
1) Anreiz oder Beweggrund für eine Handlung
2) Thema, Handlungsmuster oder inhaltliche Grundform eines literarischen Werkes. Es kann als Charakteristikum bzw. wiederholbare Einheit betrachtet werden. Häufig ist das Motiv allgemein genug, um auf verschiedene (unterschiedliche) Handlungen und Inhalte bezogen werden zu können. Beispiele für Motive sind die Dreiecksbeziehung, der Bruderkampf, der Außenseiter, die Eroberung der Prinzessin oder der unbekannte Feind.
Non-Fiktion
Im Gegensatz zur Fiktion das tatsächlich Vorhandene, Reale. Non-Fiktion wird als alternative Bezeichnung für Sachliteratur verwendet.
Oktologie
siehe Mehrteiler
Pentalogie
siehe Mehrteiler
Personenrede 
Im Gegensatz zum Erzählerbericht die Rede der Figuren in einem literarischen Werk. Es wird zwischen folgenden fünf Varianten unterschieden:
Direkte Rede:
Wörtliche Wiedergabe dessen, was eine Figur äußert. Sie wird durch die Verwendung von Anführungszeichen kenntlich gemacht.
Indirekte Rede:
Verkürzte Wiedergabe dessen, was eine Figur geäußert hat. Die indirekte Rede dient bsp. dem Bericht und wird im Konjunktiv wiedergegeben.
Erlebte Rede:
Wiedergabe von Gedanken oder Gefühlen einer Figur im Indikativ Präteritum. Stilistisch ist sie zwischen direkter und indirekter Rede einzuordnen.
Innerer Monolog:
Stummes Selbstgespräch einer Figur.
Bewusstseinsstrom:
Unmittelbare, nicht zwingend satzförmige, scheinbar unstrukturierte Wiedergabe von Gedanken, Gefühlen, Assoziationen und Erinnerungen.
Plot 
Handlung bzw. Handlungsgerüst eines literarischen Werkes.
Protagonist
Hauptfigur/ Held in einem literarischen Werk. Häufig ist der Protagonist die Figur, die die stärkste Wandlung bzw. Entwicklung im Laufe der Handlung erfährt.
Pseudonym 
Deckname, Alias oder Künstlername einer Person
Rezension
(Kritische) Besprechung eines literarischen Werkes bzw. die Auseinandersetzung mit diesem. Häufig erfolgt eine Rezension in schriftlicher Form, aber auch mündliche Formen können unter diesem Begriff erfasst werden.
Romantic Interest
siehe Love Interest
Rückentext
Umgangssprachliche Bezeichnung für den Text auf der Buchrückseite. Bei ihm handelt es sich meist um eine inhaltliche Kurzbeschreibung, die Spannung erzeugen und Interesse wecken soll.
Sachliteratur
Im Gegensatz zur Belletristik ein Teilgebiet der Literatur, das sich mit einem (realen) Thema oder Gebiet auseinandersetzt. Sachliteratur richtet sich, im Gegensatz zur Fachliteratur, an ein Laienpublikum. Beispiele sind Sachbücher, Tagebücher, Reiseliteratur, Nachschlagewerke sowie Zeitschriften.
Schriftsteller
Verfasser literarischer Werke; häufig als Berufsbezeichnung. Schriftsteller bilden eine Untergruppe der Autoren.
Schutzumschlag
Loser Umschlag eines Buches, der um das eigentliche Buch gelegt und an den Coverrändern eingeschlagen wird. Historisch kam ihm entsprechend des Namens eine Schutzfunktion vor Schmutz und Beschädigung zu. Heute dient er vorrangig der Werbung und der ästhetischen Gestaltung des Buches.
Selbstverlag
siehe Selfpublishing
Selfpublishing
(auch Selbstverlag, Eigenverlag)
Eigenständige Herausgabe einer Publikation durch einen Autor bzw. Schriftsteller ohne einen (klassischen) Buchverlag. Selfpublisher sind (mit Unterstützung spezialisierter Unternehmen und Plattformen) für die komplette Herstellung des Buches von der Manuskripterstellung über das Coverdesign bis zu Marketing und Vertrieb selbst verantwortlich.
Setting
Gesamtheit der örtlichen und zeitlichen Merkmale eines Schauplatzes der Handlung.
Softcover
siehe Broschur
Stereotyp
Bildhafte, feststehende und verallgemeinerte Beschreibung einzelner Personen oder Personengruppen. Stereotype beziehen sich auf verbreitete Vorstellungen, die sich eingeprägt haben, jedoch nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen.
Subgenre
siehe Genre
Taschenbuch
Ähnlich der Broschur mit einem Einband aus flexiblem Karton, jedoch häufig klebegebunden, kleinformatiger und schlechter verarbeitet als ein broschiertes Buch.
Tempus
(auch Zeitform)
Grammatische Form des Verbs, die Aufschluss über die zeitliche Einordnung der Situation gibt, die das Verb beschreibt.
Tetralogie
siehe Mehrteiler
Trilogie
siehe Mehrteiler
Übersetzer
(Berufs-) Bezeichnung für eine Person, die Texte aus einer Sprache in eine andere schriftlich überträgt.
Unterhaltungsliteratur
siehe Belletristik
Verlag 
Medienunternehmen, das literarische Werke erwirbt, verfielfältigt und selbst oder über den Buchhandel vertreibt.
Zeichenband
siehe Leseband
Zeitform
siehe Tempus
Zitat
Wörtliche Wiedergabe bzw. Übernahme eines Textausschnitts, die durch die Verwendung von Anführungszeichen gekennzeichnet ist.


Fußnote
1 UNESCO (1994): Recommendation concerning the International Standardization of Statistics Relating to Book Production and Periodicals: "A book is a non-periodical printed publication of at least 49 pages, exclusive of the cover pages, published in the country and made available to the public" (Stand: 12.04.2017)

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Vielen Dank für jedes Kommentar.